Laura hat geschrieben:Ist Hufrehe nicht eine nicht eiternede bakterielle Entzündung an der Hufhornsohle? Was hat das dann mit Maulkörben zu tun?
Laura hat geschrieben:Aber warum dürfen die denn eigendlich kein Gras fressen?
Ich mein die Erkrankung ist doch am Huf?
Die Erkrankung manifestiert sich am Huf, aber "ist" nicht am Huf, sondern im kompletten Stoffwechsel. "bakterielle" ist in dem Zusammenhang auch falsch, "nicht infektiös" wäre richtiger, sprich, Bakterien spielen da gar nicht mit.
Hufrehe ist das Ergebnis der ständigen, periodischen oder kurzfristigen Unterbrechung des Blutflusses zur Huflederhaut. Eine Entzündung schwächt die Huflederhaut und greift in die Hufbein/Hornwand Verbindung ein. In ernsten Fällen können sich Hufbein und Hornwand trennen. Da am Hufbein eine Sehne hängt, auf der Zug ist, zieht die Sehne, wenn der Halt zwischen Hufhorn und Hufbein geringer wird, das Hufbein rum, so daß das Hufbein seine Stellung verändert. Im Schlimmsten Fall kann nach einer Hufbeinrotation (also einer Bewegung des Hufbeins) und einer Hufbeinsehnkung auch ein Hufbeindurchbruch durch die Hufsohle eine Folge eines Reheschubes sein. Deswegen ist es auch so wichtig, die Entzündung schnell rauszubringen aus dem Huf!
Ebenso wichtig ist es aber, den Auslöser der Hufrehe (vielfach eben das zu energiereiche Gras, insbesondere aber leichtverdauliche Kohlenhydrate) ebenso zu eliminieren, denn das löst natürlich sonst direkt den nächsten Schub aus.
Sollte tatsächlich ein Cushing dem ganzen zu Grunde liegen, dann muß natürlich auch das bekämpft werden, denn durch die nicht mehr korrekt gesteuerte Cortisolausschüttung des Körpers kommt es sonst zu Rezidiven, die gar keinen Zusammenhang mehr mit dem vermuteten Auslöser (wie beispielsweise Gras) haben müssen. Was das kostet, weiß ich grad nicht, weiß nur, das das Präparat was jetzt für Pferde zugelassen ist wg. der Zulassungsverfahren deutlich teurer ist als das Humanpräparat, und das ein TA entsprechend das Humanpräparat nicht mehr verwenden darf.
Habt ihr mittlerweile mal getestet, wie Glucose und ATCH bei dem Pferd ausschauen?
Ach, hab ich vergessen, wenn Dein Pferd nicht gerade zum ausschlagen neigt, könntest du auch einfach am Langzügel mit ihm arbeiten. Mein Pferd wird momentan im Schnitt nur noch ein bis zweimal in der Woche geritten, den Rest der Zeit arbeiten wir einfach am Langzügel, und das tut den Muskeln gut, das Pferd bewegt sich (der Reiter auch, schadet ja auch nicht), und ich kann das ensprechend nur empfehlen.