Jassi hat geschrieben:Findest du denn wirklich dass man Englisch und Klassik so klar trennen kann????
Eigentlich isr da meiner Ansicht nach keine scharfe Grenze. Es ist doch ziemlich ähnlich. Wenn man wirklich gut und vernünftig Englisch reitet sieht das auch harmonisch aus...
Das ist in meinen Augen wieder "Äpfel mit Birnen" vergleichen. Korrekt Englisch geritten ist nicht mehr oder weniger "Zwang" als "klassisch". (wobei das was Du als englisch bezeichnest, eigentlich klassisch ist, @kampf_krümel)
Ich habe selber ein Pferd, was nach den Richtlinien der FN ausgebildet ist. Der Fjord meiner Freundin ist unter anderem unter Anleitung von Bent Branderup ausgebildet. Beide reite ich generell "gleich", soweit man zwei verschiedene Pferde gleich reiten kann.
Ich glaube, es gibt einfach zu viele Reitschulen mit FN Siegel, die sich mit dem, was die FN eigentlich "vertritt" nicht auseinandersetzen, und das ist hinterher der Grund warum so viele dann meinen, sie müssen umschwenken auf Westernreiten, Klassischer Dressur (aber, siehe oben), etc.
Man sollte nicht das negative Bild einer "Reitweise" (in Anführungsstrichen, weil man das wie Jassi schreibt in meinen Augen nämlich tatsächlich nicht wirklich trennen kann) mit der positiven Vorstellung / dem Idealbild einer anderen "Reitweise" vergleichen. Genau das wird aber immer gemacht.... da darf man sich nicht wundern, wenn die FN schlecht wegkommt.
Wenn ich mein Pferd angucke, dann ist es beispielsweise so, das ich einige Bereiter draufsetzen kann, und er läuft richtig toll (FN Bereiter), mir fallen auf Anhieb aber auch mindestens.... drei, vier Bereiter ein, die da oben, so "schick" sie auch sonst auf ihren Berittpferden aussehen, verhungern würden... weil mein Pferd bei zu viel Druck auf dem Gebiss schlicht stehenbleiben, jedenfalls aber nicht mehr korrekt vorwärts gehen würde.
Jassi hat geschrieben:Ja, das find ich gut!!
In der Klassik nimmt man sich bei der Ausbildung mehr zeit!!!
Da wird alles ganz genau gemacht...
Beim Englischen ist das ja bekanntlich anders

Auch hier trifft wieder zu: Ist es wirklich die "Schuld" der FN, das die Pferde so "ruckzuck" ausgebildet werden? Liegt es nicht eher an dem, was die Reiter wollen? Junges Pferd günstig schießen, dann ausbilden, aber bitte flott, das kostet schließlich richtig Geld... die Reiter, die das nicht befürworten sind möglicherweise eher im anderen Umfeld zu finden, aber ich kenne durchaus reichlich Bereiter der FN, die dieses "hauruck, schnellschnell" nicht mitmachen.
Was die Kritik angeht: Wenn ich mein Pferd vom Boden aus arbeite, kann ich sehr gut sehen, wie weit er untertritt. Und WIE weit untergetreten wird, ist auch tatsächlich schon beim freilaufenden Pferd von PFerd zu Pferd verschieden. Einige haben einen so raumgreifenden Schritt, das sie tatsächlich zwei Hufbreiten untertreten, andere fußen nur in die Spur der Vorderhufe.
Man muß denke ich auch das ganze Bild sehen, und nicht nur die einzelnen Komponenten. Wie schon gesagt wurde, A Niveau ist noch etwas anderes als das, was man hier diskutiert. Sicher, wenn das Pferd die Hinterhand richtig unterschiebt, dann ist es noch aktiver in der Hinterhand, aber wie auch schon richtig bemerkt wurde, das ist eine Entwicklung, und was das angeht, ist A ja immer noch am Anfang.