Re: Klickertraining
Verfasst: Fr 1. Okt 2010, 13:03
Hallo zusammen,
habe mich gerade neu registrieren lassen. Eigentlich bin ich bisher immer nur stille Leserin gewesen, aber zu diesem Thema möchte ich doch auch mal was sagen.
Zunächst mal wird das Klickertraining hier sehr kontrovers diskutiert. Ist ja auch vollkommen legitim. Ich finde es aber sehr schade, dass sofort Fronten eröffnet werden und die Klickertraininggegner sich verbal mit den Klickertrainingbefürwortern „prügeln“. Muss das sein?! Wo bleibt da die Toleranz? In der Pferdeszene haben sich inzwischen so viele Richtungen etabliert, und ich denke, alle haben ihre Berechtigung, solange es nicht zum Schaden des Pferdes ist. Mal ein bißchen die Scheuklappen abnehmen und nach links und rechts schauen hat noch nie geschadet! Und dafür bietet so ein Forum doch eine gute Möglichkeit; aber doch bitte nur so lang, wie Jeder auch mal seine Meinung sagen darf, ohne dass diese gleich niedergemacht wird, oder?
Nun zum eigentlichen Thema:
Ich mache mit meinem Pferd Klickertraining (ja, auch mit Leckerli!), es tut uns gut und wir haben Spaß dabei! Angefangen haben wir in einem langen Winter, als der Platz unreitbar war. Halle haben wir nicht, das Gelände war halsbrecherisch, also mußte eine andere Beschäftigung her. Zu dem Zeitpunkt war mein Pferd 19 Jahre alt (soviel zum Thema, man muss beim Fohlen damit anfangen). Anfangs habe ich das Klickertraining als reine Beschäftigungstherapie / Bespaßung gesehen. Wir haben Ball gespielt, Apportieren gelernt, „Ja“ und „Nein“ sagen, auf’s Podest steigen, mit Taschentuch winken etc. Den Klicker habe ich übrigens sehr schnell ausgetauscht in ein spezielles Zungeschnalzen; somit hat man nicht das Problem, den Klicker zu vergessen! Mittlerweile hat sich auch die eine oder andere praktische Anwendung eingeschlichen: beim Verladen in den Hänger, aber auch in bestimmten Situationen beim Reiten. Als Leckerli nehme ich sehr kleine Möhrenstückchen, so dass er während einer Klickertrainingseinheit etwa 2 – 3 Möhren erhält. Ich weiß, dass das für ihn ein starker Motivator ist, warum also soll ich das nicht nutzen? Meiner Erfahrung nach unterscheidet er sehr wohl, ob wir ernsthaft Arbeit auf dem Platz machen, ob wir einen gemütlichen oder auch flotten Ausritt machen, oder ob wir Klickerspaß machen. Zu den ersten beiden Gelegenheiten wird mit Stimme und einer Möhrenration nach der Arbeit gelobt, beim Klickern gibt es das Lob halt durch’s Zungeschnalzen und ein paar Möhrenstückchen. Ich sehe den Nutzen des Klickertrainings in der Abwechslung vom normalen Training, in der Möglichkeit, auch bei schlechtem Wetter was zu tun oder wenn Pferd bzw. Reiter gesundheitlich eingeschränkt sind. Außerdem meine ich, dass die Pferd-Reiter-Beziehung sich dadurch verbessert, aber das mag ein vollkommen subjektiver Eindruck sein. Letztlich bleibt’s Jedem selber überlassen, ob er klickert oder nicht, aber probieren lohnt sich allemal!
In dem Sinne, viel Spaß beim Klickern!
Gilliwi
habe mich gerade neu registrieren lassen. Eigentlich bin ich bisher immer nur stille Leserin gewesen, aber zu diesem Thema möchte ich doch auch mal was sagen.
Zunächst mal wird das Klickertraining hier sehr kontrovers diskutiert. Ist ja auch vollkommen legitim. Ich finde es aber sehr schade, dass sofort Fronten eröffnet werden und die Klickertraininggegner sich verbal mit den Klickertrainingbefürwortern „prügeln“. Muss das sein?! Wo bleibt da die Toleranz? In der Pferdeszene haben sich inzwischen so viele Richtungen etabliert, und ich denke, alle haben ihre Berechtigung, solange es nicht zum Schaden des Pferdes ist. Mal ein bißchen die Scheuklappen abnehmen und nach links und rechts schauen hat noch nie geschadet! Und dafür bietet so ein Forum doch eine gute Möglichkeit; aber doch bitte nur so lang, wie Jeder auch mal seine Meinung sagen darf, ohne dass diese gleich niedergemacht wird, oder?
Nun zum eigentlichen Thema:
Ich mache mit meinem Pferd Klickertraining (ja, auch mit Leckerli!), es tut uns gut und wir haben Spaß dabei! Angefangen haben wir in einem langen Winter, als der Platz unreitbar war. Halle haben wir nicht, das Gelände war halsbrecherisch, also mußte eine andere Beschäftigung her. Zu dem Zeitpunkt war mein Pferd 19 Jahre alt (soviel zum Thema, man muss beim Fohlen damit anfangen). Anfangs habe ich das Klickertraining als reine Beschäftigungstherapie / Bespaßung gesehen. Wir haben Ball gespielt, Apportieren gelernt, „Ja“ und „Nein“ sagen, auf’s Podest steigen, mit Taschentuch winken etc. Den Klicker habe ich übrigens sehr schnell ausgetauscht in ein spezielles Zungeschnalzen; somit hat man nicht das Problem, den Klicker zu vergessen! Mittlerweile hat sich auch die eine oder andere praktische Anwendung eingeschlichen: beim Verladen in den Hänger, aber auch in bestimmten Situationen beim Reiten. Als Leckerli nehme ich sehr kleine Möhrenstückchen, so dass er während einer Klickertrainingseinheit etwa 2 – 3 Möhren erhält. Ich weiß, dass das für ihn ein starker Motivator ist, warum also soll ich das nicht nutzen? Meiner Erfahrung nach unterscheidet er sehr wohl, ob wir ernsthaft Arbeit auf dem Platz machen, ob wir einen gemütlichen oder auch flotten Ausritt machen, oder ob wir Klickerspaß machen. Zu den ersten beiden Gelegenheiten wird mit Stimme und einer Möhrenration nach der Arbeit gelobt, beim Klickern gibt es das Lob halt durch’s Zungeschnalzen und ein paar Möhrenstückchen. Ich sehe den Nutzen des Klickertrainings in der Abwechslung vom normalen Training, in der Möglichkeit, auch bei schlechtem Wetter was zu tun oder wenn Pferd bzw. Reiter gesundheitlich eingeschränkt sind. Außerdem meine ich, dass die Pferd-Reiter-Beziehung sich dadurch verbessert, aber das mag ein vollkommen subjektiver Eindruck sein. Letztlich bleibt’s Jedem selber überlassen, ob er klickert oder nicht, aber probieren lohnt sich allemal!
In dem Sinne, viel Spaß beim Klickern!
Gilliwi