Hallo!
Meine RB macht fast dasselbe. Sie ist immer hochmotiviert, egal was man macht, aber Galopp scheint ihre Lieblingsgangart zu sein. Ich hab die ersten Male auch immer versucht sie ruhig zu kriegen mit vielen Übergängen und so weiter und lange kein Galopp und so. Bringt irgendwie nix,finde ich, weil wenn man dann galoppiert wird sie erstmal wieder schnell oder wenn man lange gewartet hat, ist sie dann total wild darauf endlich galoppieren zu dürfen....
Da hab ich mir gedacht "Nehmen wir doch einfach was das Pferdchen anbietet!"
Ich baue jetzt immer sehr viel Galopparbeit ein, besonders in die Lösephase, da sie sich dabei schnell locker macht. Meine Stunde mit ihr auf dem Platz schaut in etwa so aus:
-15min. Ablongieren mit vielen Übergängen (Sie darf höchstens zwei Runden in der selben Gangart laufen), da fange ich schon an an den Trab-Galopp und Schritt-Galopp-Übergängen zu arbeiten
-rauf aufs Pferdi und im Leichtraben Bahnfiguren, um sie an den Zügel zu kriegen und unterm Reiter locker zu machen (ca. 10 min.)
-Galopparbeit: am Anfang ist sie manchmal noch recht schnell, aber da achte ich nicht so drauf. Reite weiter Zirkel, aus dem Zirkel wechseln mit Trab-Übergang beim Handwechsel
Ich schau, dass sie kontrollierbar bleibt. Wenn sie zu sehr rennt: schwerer hinsetzen, weich aber ständig abfangen, Stimme und immer beschäftigen, also Bahnfiguren, Fantasiefiguren, Übergänge
-während der Galopparbeit wird sie immer langsamer, runder, lockerer, schnaubt usw.
- dann trabe ich irgendwann wieder
-jetzt ist sie konzentriert bei der Sache und ich übe Handwechsel, Übergänge, Bahnfiguren u.a.
-mache auch mal ne Schrittpause, wo wir dann irgendwas üben, was noch nicht so toll klappt
-wenn ich dann wieder antrabe und Galoppiere, klappt es meistens sehr gut, kein Gerenne usw.
Ich denke das Problem ist, das die Pferde total heiß auf Galopp sind und deshalb rennen, weil sie einfach Spaß haben und Energie loswerden wollen. Wenn man jetzt immer seltener galoppiert, dann wird der Galopp zu etwas noch besonderem als es für sie sowieso schon ist (vergleichbar mit deinem Lieblingsessen:gabs das lange nicht, isst man beim nächsten Mal umso mehr)! Pferde die gerne galoppieren lösen sich meistens auch gut im Galopp. Das nutze ich aus! Außerdem stärkt Galopp die muskeln am besten!
Natürlich probiert sie nachher immer nochmal aus, ob sie nicht doch nochmal Galoppieren darf oder macht so ein Zwischending zwischen Galopp und Trab (fühlt sich unglaublich ulkig an

), aber dann mach ich ein bisschen auf böse. Denn das darf sie nicht! Da bin ich dann konsequent.
Sie darf viel galoppieren (denn es macht uns beiden Spaß),
aber nur wenn ich die hilfe gegeben hab und sie muss kontrollierbar sein.
Manchmal benutze ich das
Galoppieren auch
als ausgleich zu konzentrierten Arbeit. wenn ich merke, dass die Konzentration in der Arbeitsphase nachlässt, gehe ich in den leichten Sitz, lass die Zügel lang und lass sie rennen (dauert meistens so 4-5min. bis sie langsamer wird). Sie ist aber ein Pferd, das das nicht ausnutzt oder so. Sie wird flach und schnell, aber bleibt auf dem ersten Hufschlag und selbst bei offener Tür macht sie keine Anstalten irgendwie auszubrechen. Das kann man aber nicht bei jedem machen. Danach ist sie lieb und man kann wieder konzentriert arbeiten.
Es gibt aber auch den umgekehrten Fall. Da hilft das viele galoppieren nicht weiter. Das ist besonders bei den ängstlichen, hypernervösen Pferden so. Da muss man dann echt wenig Galopp machen, Übergänge und das was die anderen vorgeschlagen haben!
Vielleicht hilft dir meine Erfahrung ein bisschen!